Archiv für den Monat Februar 2009

Oscar Winners 2009

Montag, 23. Februar 2009

Nachtrag zum letzten Beitrag:
Letzte Nacht war die Enttäuschung sicher groß: Trotz der  13 Nominierungen erhielt der Film “Der seltsame Fall des Benjamin Button” letztendlich nur 3 Trophäen.

  • Für beste visuelle Effekte
  • Für bestes Makeup
  • Für bestes Szenenbild

Dennoch bleibe ich bei meiner Empfehlung. Wie beschrieben wegen der Story.

Wer sich mit dem Trailer Appetit holen möchte: bittesehr

Rudolf Angeli
Büchersalon ANGELIBRI

Brad Pitt und die Vielfalt des Büchersammelns

Sonntag, 22. Februar 2009

Mein Kinobesuch vor einigen Tagen war nicht primär ausgelöst durch die große Verehrung des um- und angejubelten Schauspielers Brad Pitt meinerseits oder seitens meiner Frau, sondern beruhte auf einer tieferliegenden Triebfeder:
Zum einen geht der Stoff des zeitlich sehr gedehnten Lichtspiels “Der seltsame Fall des Benjamin Button” auf eine gleichnamige Erzählung von Francis Scott Key Fitzgerald zurück. Scott hatte diese Novelle, “The Curios Case of Benjamin Button” , 1922 in dem frühen Erzählungsband “Tales of the Jazz Ageveröffentlicht.  F. Scott Fitzgerald gehört zu den stets immer wieder neu aufgelegten, renommierten amerikanischen Autoren der Jazz-Ära, der Zeit der großen Depression in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. Unvergesslich sicher sein bekanntestes Werk Der große Gatsby (1925), ebenfalls mehrfach verfilmt. Am meisten dabei in Erinnerung die filmische Umsetzung von 1974, mit einem weiteren Frauenliebling in der Hauptrolle - Robert Redford - , auch an die Männer hat man gedacht: Partnerin war damals Mia Farrow, bei ”Bejamin Button”  Cate Blanchett.

Books into Film ist hier das Stichwort für die mit den bibliophilen Gehirnwindungen!
Es ist überaus vergnüglich, Filmstories nachzurecherchieren, die literarischen Vorlagen auszugraben und neu oder wiederholt den Erzählstoff über bedrucktes Papier aufzunehmen. Dabei lassen sich Vergleiche anstellen über Inhalte, Abläufe und qualitativem Ergebnis. Mitunter stößt man auf interessante, bisher unbekannte Autoren oder auf ungelesene, verborgen gebliebene Werke allseits bekannter Schriftsteller. Bei intensiver Beschäftigung dieser Art weckt es dann auch verstärkt den Wunsch, sich Bücher anzuschaffen, deren Leitideen Grundlage für berühmte Filme wurden. Oder man sammelt dann beides : Film und zugehörigen Roman oder Erzählung.
Im englischsprachigen Raum ist dieses Sammel-”Genre” schon sehr etabliert und verbreitet und hat eine große Anhängerschaft. Eine ganze Reihe von Handbüchern, Bibliographien unterstützen den Sammler dabei, sich den Appetit für seinen nächsten Bücherfressflash auf dem Weg ins  Antiquariat und/oder  die Buchhandlung zu holen.
Man kann sich dem Bundle Buch-Film auch von zwei Seiten her nähern: von der bekannten Prosa zum Film oder vom Oscar-preisgekrönten Film zu Werk und Autor (kleines Beispiel sei hier gestattet: CASABLANCA mit Humphrey Bogart kennt wohl jeder, aber wer kennt das zugrundeliegende Theaterstück: Everybody Comes to Rick’s  (sollte der link nicht mehr funktionieren, so ist das 4.000 € teure Script, angeboten bei Abebooks, verkauft), von  Murray Burnett und Joan Alison aus dem Jahr 1939; und vor allem, wer hat es in seinem Regal stehen?).
Hier eine Titelauswahl für die  eigene Sammler-Handbücherei:
Books into Film 

Kleine Auswahl herausragender (persönlicher) Beispiele, die ich gerne wiederlese und/oder deren Verfilmungen ich schätze :
Graham Greenes Roman “Der dritte Mann” , wunderbar verfilmt von und mit Orson Welles und Joseph Cotton
und
Daphne Du Mauriers Erzählungen “Die Vögel” und “Wenn Gondeln Trauer tragen” ,beide Verfilmungen wurden zu echten Klassikern: 
Hitchcocks Die Vögel und der wunderbare Venedig-Film mit Julie Christie und Donald Sutherland. 
Bei den genannten Beispielen waren die Ausgangspunkte die von mir hoch geschätzten Autoren (beide stehen auf meiner Liste der “Fehlentscheidungen des Nobelpreiskomitees” a. not awarded).
Der umgekehrte Weg für den Sammler funktioniert auch sehr gut (vom glänzenden Film zum Buch)  und bringt manche Überraschungen! 

Der “Benjamin Button“-Film hatte für mich noch einen speziellen Anreiz:
Die Grundstoryline, dass Benjamin unter einer einzigartigen “Krankheit” leidet, nämlich als alter Mann geboren zu werden, im Zeitverlauf anstatt zu altern immer jünger zu werden und dann als Baby jung zu sterben, ist faszinierend. Bei einem einzelnen (menschlichen) Wesen kehrt sich die Zeit um und läuft rückwärts -im Gegensatz zum Rest der Natur! Eine Storyidee, die typ- und genremässig genau mein Faible für SF und phantastische Literatur trifft, ebenso meine große Neigung, mich mit den grundlegenden Fragestellungen der Zeit (philosophisch und naturwissenschaftlich und deren Überschneidungen -auch ein schönes Thema) auseinanderzusetzen.
Und einen weiteren, eher persönlichen Bezug hat diese Geschichte: mittlerweile ist es nun doch nahezu dreißig Jahre her, dass ich einem lebenslangen Wunsch folgte und einen schriftstellerischen Erstversuch wagte.  Nein, keine Angst, es blieb bei dem Versuch, und es war der einzige. Gestoppt wurde ich 1981 durch einen ablehnenden Brief von Franz Rottensteiner, dem damaligen Herausgeber der wunderbaren Phantastischen Bibliothek bei Suhrkamp (Editiert wurden in knapp 25 Jahren rund 370 Titel in schöner lila-schwarzfarbener Taschenbuchausgabe mit Cover-Entwürfen von Willy Fleckhaus -wen’s interessiert, hier gibts eine Liste aller Titel).  
F. Rottensteiner teilte mir kurz und schmerzlos mit (mittels  Schreibmaschine):
Sehr geehrter Herr A., danke schön für Ihrer Erzählung. (kein Tippfehler, so schrieb er der Rottensteiner, der Österreicher) Ich habe sie gleich nach Erhalt gelesen, und wenn ich auch nicht behaupten will, dass sie ungeeignet ist, weist sie doch arge Schwächen vor allem in der Charakterisierung der Gestalten auf (z.B……). 
Die Sache an sich ist ja nicht neu, es gibt ähnliche Erzählungen von J.G. Ballard, J.L. Borges, Roger Zelazny und vor allem eine sehr schöne von Ilse Aichinger: sie alle sind besser durchgeführt.
Aber vielleicht interessiert man sich bei Heyne z.B. für diese Erzählung.
Es tut mir leid, blabla…
letzter Satz: “Sie sollten aber dennoch weiterschreiben!” 

Bei HEYNE !!!

Basisplot meines Phantastik-Versuches war die Geschichte eines alten Mannes, der sich begleitet von seiner ebenfalls greisen Frau ins Krankenhaus begibt, da bei ihm plötzlich eine Zeitumkehr stattgefunden hatte und er zunehmend verjüngte….

Einerseits erfüllte es mich mit ein wenig Stolz, dass der große Herausgeber, Phantastik-Experte, Stanislaw Lem-Entdecker und -Förderer und mittlerweile selbst Autor  mich mit diesen literarischen Majestäten verglich, andererseits war damit auch klar, ich würde mich wieder  aufs Lesen und Sammeln konzentrieren (das mit dem Antiquariatshandel kam später). Leider hat der gute Rottensteiner Fitzgerald nicht erwähnt und bei seiner Aufzählung auch die Titel nicht genannt.
Vielleicht kann ja einer der Leser dieser Zeilen mir mit den Titeln weiterhelfen. Zu gerne hätte ich sie auf meinem Bücherregal! Also bitte: kleine Mail oder Kommentar! 
An diesem Beispiel zeigt sich noch eine weitere, höchst unterhaltsame Sammelart, nämlich das Bücher-Sammeln bestimmter Motive. Grundstoffe, Ideen, die immer wieder von den unterschiedlichsten Autoren aufgegriffen werden und auch unterschiedlichst in ihren Werken verarbeitet werden. Vor ein paar Jahren erschien das Buch “Die erstaunliche Geschichte des Max Tivoli” von  Andrew Sean Greer  

Aus Amazons Produktbeschreibung:
“Tivolis Biografie hat eine Tragik, die nur die Literatur gebären und plausibel erzählen kann: Als Greis geboren, verjüngt sich sein Körper unaufhörlich. Am Anfang sitzt Tivoli deshalb mit der Weisheit eines alten Mannes im Sandkasten und blickt zurück auf ein Leben, das sich in eine Formel pressen lässt: „Jeder von uns ist die Liebe im Leben eines anderen“. Bei Max ist diese Liebe Alice, die er ein Leben lang begehrt. Jedoch ist er alt, als sie erst langsam erwachsen wird. Erst zur Hälfte des Lebens erhält ihre Liebe eine Chance — bevor sich ihre Wege durch zwei ungleich gepolte Lebensuhren wieder trennen müssen.“……

Literarische Stoffmotive ziehen sich durch die Geschichte. Dabei gibt es klassische Beispiele (ich sage nur FAUST) , aber auch höchst spannende aktuelle.

Doch dazu mal einen eigenen Beitrag. 

Ach ja, ob mir der Film gefallen hat? Nun, er war mir einen Tick zu lang, die Story ohne Frage super, die Umsetzung und eigene Adaption sehr gelungen, tolle Tricks, die Schauspieler sehr gut, hauptsächlich u.a. ein Liebesfilm, aber nicht zu schmalzig, also zusammengefasst: sehr empfehlenswert.
Man wird sehen zu welchem Ergebnis die Oscar-Jury kommt (So/Mo-Nacht), er ist schließlich für 13 Kategorien angemeldet/nominiert!!

Wer die Fitzgerald Erzählung schwarz auf weiß lesen will: es gibt eine brandneue Ausgabe des Diogenes Verlages (eines meiner Lieblings Verlage) mit ausschließlich dieser Erzählung. Wer als echter First Edition Sammler lieber zur Ausgabe von 1922 greift  muss für den Erzählungsband in guter Ausgabe schon locker fast 15.000 Euro hinlegen (bekommt aber ein signiertes Exemplar). Er wird jedenfalls einen deutlichen inhaltlichen Unterschied zum Film entdecken.

Auf jeden Fall viel Vergnügen, ob im Lichtspielhaus oder im Schmökersessel!

Rudolf Angeli

ANGELIBRI
Buchsalon ANGELIBRI  

P.S.: Wer mal sehen möchte, wie er in ein paar Jahren aussehen wird, kann ein Foto von sich auf diese Webseite laden und es einem Alterungsmorphing unterziehen lassen.

Daniel Kehlmann in Hamburg

Freitag, 13. Februar 2009

Letzten Dienstag hatte ich das Vergnügen, Daniel Kehlmann im Schauspielhaus in Hamburg zu hören und zu erleben.
Das Kritikerlager ist ja mittlerweile etwas geteilt und damit sicher auch die Leserschaft, aber den außerordentlichen Fakten kann man nicht entrinnen:  ein junger Autor, der mit seinem Buch “Die Vermessung der Welt” wirklich Weltruhm erreichte (Verkaufte Exemplare: 1,5 Mio, übersetzt in 40 Sprachen) und nun in Hamburg für eine Autorenlesung mit 1.200 Menschen ein Theater füllte -das ist doch sehr bemerkenswert. Klar, auch eine Danella oder Konsalik erzielten noch weit höhere Verkaufszahlen (wie mir heute entgegengehalten wurde). Dennoch der Abend war sehr vergnüglich und anregend für mich und hat mich nochmals überzeugt, dass wir in Kehlmann einen sehr guten, intelligenten und durchaus auch neue Wege beschreitenden Autor haben, der auch in den kommenden Jahren noch vieles Lesbares und Nachdenkenswertes erwarten lässt. Seinen neuer Roman “Ruhm“, der hauptsächlich Gegenstand der Lesung und des kurzweiligen Gesprächs mit einem Zeitredakteur war, bezeichnete er selbst als Experiment: ein Roman bestehend aus neun in sich abgeschlossenen Erzählungen, die dennoch auf einer höheren Ebene miteinander verwoben sind. Diese horizontale Verknüpfung wird ergänzt durch ein weiteres vertikales Spiegeln zwischen Autor, Protagonist und Leser. Das “Experiment” steht mittlerweile bereits hoch in den Buchcharts.
Der “Draht” zu ihm verstärkte sich noch nach seinen Darlegungen über seine Literaturvorlieben (Lateinamerikaner wie z.B. Borges, oder Nabokov); auch die Nennung von Vorbildern wie Kafka, und seine vielfachen Einflechtungen und Auseinandersetzungen mit den Kommunikationsmitteln unserer Zeit in seinem Werk machen ihn für mich sehr anziehend.
Auf die Jugend haben seine Stoffe und seine Schreibe einen hohen Attraktionswert; merkte man auch am Publikum. Und dies nicht nur, weil er selbst noch zur (fast) Jugend gerechnet werden kann mit seinen 33 Jahren.

Was macht ein Antiquar bei einem jungen zeitgenössischem Autor? Mein Motto gilt nach wie vor: Die guten Bücher zeitgenössischer Autoren, die heute in den Sellerlisten geführt werden, sind die attraktiven, gesuchten Antiquariatstitel von morgen. Insbesondere deren Erstausgaben oder gar “Erste Bücher“. Und noch setze ich darauf, dass auch in Deutschland die Liebhaber und Sammler von Erstausgaben noch erhebliches Wachstumspotenzial haben, vergleicht man diese Sammlerspezies mit dem amerikanischen oder englischen Markt.

Zufrieden ging ich mit vier signierten Werken nach Hause.

Rudolf Angeli
ANGELIBRI
 http://www.buchsalon-angelibri.de/

Eine Lanze für Einstein, Xing, und die Antiquariatsgruppe oder auch Schöne Neue “Kleine Welt”

Sonntag, 08. Februar 2009

Eigentlich hatte ich für heute ein anderes Thema im Kopf, aber die aktuellen Ereignisse dieser Woche haben die Prioritäten gewandelt.

Da wurde doch zu Wochenanfang unsere blutjunge Antiquariatsgruppe bei XING vom renommierten Börsenblatt entdeckt -heureka-und spendierte einen neutralen 8-Zeiler.
Doch bereits einen Tag später setzte eine wüste Kommentartirade eines Herrn M. ein. Mir blieb wie vielen anderen im ersten Moment die Spucke weg, die man hierfür eigentlich gut hätte gebrauchen können. Unbedacht sammelte ich schon meine verbalen Lanzen zusammen, um sie in diese Schreibarena auf der BöBla-Seite zu werfen. Gemach, gemach - die Beiträge in unserem Forum klärten mich blitzschnell über Hintergründe und Person des Herrn M. auf. Krönung und Haltepunkt war dann ein Link-Hinweis auf die machtvolle Stellungnahme des Chefredakteurs des BöBla gegen die Person, ja… Fall P.M. aus 2007. Nun war alles klar, nicht Empörung mit Rede-Gegenrede-Eskalation war angesagt, sondern vielmehr, tja…Mitleid?
Also nicht mitgackern! Letztendlich bin ich nicht Laie genug, um da mitsprechen/-schreiben zu können. Ich begnüge mich mit dem feinen, vielfach verwendbarem Zitat von Albert Einstein: “Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit. Aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht so sicher!
Apropos Einstein: Naturwissenschaften und zugehörige Geschichte sind ein interessantes und vielfältiges Sammelgebiet mit attraktiver Antiquariatsware. Habe selbst vor ein paar Wochen die Erstausgabe (Querido-Verlag 1932) von Einsteins Mein Weltbild im unteren dreistelligen Bereich verkauft. Leider ehe ich es zu Ende gelesen hatte. Gottseidank gibt es ja jede Menge Neuauflagen dank Einsteinjahr als Leseexemplare gut geeignet.
Das einzige für mich ungelöste verbleibende Rätsel bei dem BöBla-Thema ist die Frage “Wie hat er es geschafft, nach dem offiziellen Rauswurf mit Schreibverbot sich wieder produzieren zu können?” BöBla macht ihn damit zum echten Wiederschreiber, Wiedergänger (Hinweis: in der phantastischen Literatur wird auch vielfach auf die reale Existenz von Zombies gepocht).

Damit mags nun genug sein, eh schon zu viele Zeilen für diese Angelegenheit vergeudet!

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Ich habe hier einen Strich gezogen, um klar zu verdeutlichen, dass die Eingangssequenz zu Ende ist und alles nachfolgende absolut nichts mit dieser zu tun hat. Nicht dass jemand auf solch abstruse Gedanken kommt.

Viele halten starken Gehirnphantomschmerz für ein reales Leiden. Hirndiebstahl soll ja vorkommen! Die bekannteste Verfilmung einer solchen seltenen Entleerung soll Spock vom Raumschiff Enterprise getroffen haben. Das folgende geistige Nichts konnte nur mit einer ausgeklügelten Fernbedienung überbrückt werden. (Soweit mein appetitanregendes Aufmacherzitat für den Abschnitt zu D. Hofstädter weiter unten, gelesen bei “Hirndiebstahl im Sparadies“).

Zunächst zu XING (Lanze brechen, nicht…) :
ich bin erst seit ein paar Wochen bei dieser “Social Community” und schon hat es mich gepackt und hält mich fast suchterregend bei der Stange. So ähnlich empfinden sicher viele. Woher kommt diese Wirkung? Welche Zauber-Mixtur ist da am Werke?
Für mich habe ich einige Antworten gefunden, die vielleicht nicht für alle offensichtlich sind:
Bei näherer Betrachtung einer Profilseite fällt ein kleines Hinweiskästchen ins Auge, das life die Anzahl der aktuell bestehenden Kontakte und Kontakt-Kontakte bis zum dritten Grad darstellt. Bei meinen derzeitigen bescheidenen 32 Direktkontakten werden für diesen 3. Grad 870.270 Kontakte ausgewiesen. Eine phantastische Anzahl. Durch einige wenige zusätzliche Kontakte wird die 1.000.000 geknackt werden, mehr als ein Siebtel des kompletten Xing-Netzwerkes! Das ist “Kleine Welt” pur und life.

Kleine Welt” ist die deutsche Bezeichnung für ein erst in den letzten Jahren stärker ins Interessenfeld der Sozialwissenschaftler geratenes Phänomen. Vor einigen Jahren las ich erstmals davon in einem Zeitartikel, und seitdem ließ es mich nicht mehr los. Kurz gefasst geht es um die Hypothese, dass jeder über eine Kontaktkette von maximal sechs Kontaktkettengliedern jeden kennt. Weltweit, über alle Grenzen hinweg, bei den Milliarden von Menschen. Näheres zu dem “Kleine Welt”-Phänomen siehe auch denWikipedia-Artikel. Die Amerikaner nennen dies vielfach auch SIX DEGREES of SEPARATION. Es gibt eine ganze Reihe von empfehlenswerten Büchern zur Vertiefung: siehe AMAZON-Extrakt.
Besonders hervorzuheben: Six Degrees: The Science of a Connected Age von Duncan J. Watts.

Wie dem Wikipedia-Artikel zu entnehmen ist, war der erste, der dieses Phänomen als Hypothese aufstellte Stanley Milgram, und das bereits 1967! Erst im 21. Jahrhundert begannen die Wissenschaftler,  sich damit tiefgehender auseinanderzusetzen. Selbst eine Microsoft-Projektgruppe hat sich angeblich damit beschäftigt und… die Richtigkeit nachgewiesen.
Innerhalb XING nun, kann jedes Mitglied das Phänomen life miterleben und sehen, dass es funktioniert. Zusätzlich zu der Kontaktkettenstatistik  auf der Profilseite wird bei jedem Anklicken eines Mitglieds oben die Kontaktkette angezeigt; und siehe da…  sie ist in der Regel nicht länger als 6 degrees! Dies funktioniert auch, wenn man sich per Zufall irgendein Mitglied aussucht (man muss natürlich selber eine gewisse Anzahl an Direktkontakten geschlossen haben). Ein Faszinosum, und wir können life als Mitwirkende dabei sein bei dieser brandaktuellen Netzwerkwissenschaft! Life as a six pack!

Noch besser -sprich mit weniger degrees- funktioniert die Geschichte bei Subgruppen, z.B. Schauspieler, Finanzer oder eben Antiquare und deren “Blutsverwandte” wie Büchersammler, Verleger, etc. D.h. innerhalb dieser Gruppe kennt man sich meist über weniger als sechs Ecken, hier reichen vielleicht fünf oder vier. Ich gehe daher davon aus, dass wir bei unserer aktuellen Mitgliederzahl von knapp 170 wahrscheinlich schon komplett den europäischen Raum an Antiquaren etc. abdecken.

Dieser Stanley Milgram  hat übrigens noch andere spannende Themen aufgeworfen. So war er es, der auch in diesen frühen 60er Jahren das sogenannte Aufseher-Gefangenen Experiment erfunden und mit Studenten durchgeführt hat. Das soziologische Experiment musste vorzeitig abgebrochen werden, da die Studenten sich zu sehr mit Ihren Rollen zu identifzieren begannen und aus dem Spiel sehr rasch blutiger Ernst wurde. Die Wärter maltraitierten die Gefangenen zu sehr. Übrigens erst jüngst verfilmt mit Moritz Bleibtreu. Oder doch besser Schwarz auf Weiß?

Was mir an der Antiquariatsgruppe bei XING auch sehr gefällt ist die aktive und ungezwungene Art der meisten Mitglieder. Man spürt, dass jeder gewisse Erwartungen hat, aber auch sich gerne einbringen möchte. Gewaltig erahnbar die immense Kompetenz, die sich hier zusammenbraut. Dies führt zu dem neuen, modernen, vielbeschworenen  Begriff der “Schwarmintelligenz“. Ja, ich bin überzeugt davon:  hier beginnt sich so etwas zu manifestieren, und alle können es fühlen.

Was bei XING und ihren Interessengruppen entsteht und so anziehend sich entwickelt, hat meines Erachtens eine grundlegende Ursache: Seele, Geist, Bewusstsein “haben mehr Auslauf“!
Denn Seele, Geist sind nicht eingeschlossen und beschränkt auf den eigenen Corpus, sondern können sich verbreiten auf andere. Meine Worte und Darstellungen dazu sind sicher unzureichend. Lest einfach hierzu Douglas Hofstadters Buch:  Ich bin eine seltsame Schleife (meine aktuelle Lektüre). Ein wunderbares Buch! Und Hofstadter ist alles andere als ein esoterischer Schreiberling. Er führt gedanklich die Philosophie zu neuen Ufern und zeigt auf, wie Geistes- und Naturwissenschaft konvergieren, und dies zu Recht. Beim Namen  Hofstadter dämmerts vielen: Jaja Gödel, Escher, Bach, das Kultbuch aus den 80ern.

Und doch… bei aller Euphorie für die tollen Sachen, die sich bei XING und ihren Interessengruppen zusammenfügen, man muss dennoch auf der Hut sein! Wo sich mit großen Zuwachsraten Menschen zusammenfinden, werden auch welche dabei sein, die nicht am Paradiespuzzle mit bauen; der Teufel ist da zur Stelle, wo sich die Guten zusammenfinden. Wenn man sensibel die Forenbeiträge screent, spürt man diese Gefahr. Da gibt es neue Mitglieder, die so weit es nur geht, ihre Anonymität bewahren wollen (Mitglieder, die kein Bild von sich einstellen, erhalten von der Software XING einen Schattenausriß, der für mich fast bedrohlich wirkt; sieht aus wie bei vielen Fahndungsfotos, wenn es keine aktuellen Bilder gibt; die Profilbeschreibungen können soweit reduziert sein, dass sich überhaupt keine Spur ins reale Leben ziehen lässt).
Oder es gibt seltene, scharfzüngige Diskussionsbeiträge, meist von solchen sich selbst anonymisierenden Mitgliedern, durch die man plötzlich aufgerüttelt wird (Hoppla, was soll das denn?).
Oder, es tritt plötzlich einer/eine mit einem Beitrag auf, und man stellt fest, dass er weder Mitglied der Gruppe, ja nicht einmal Mitglied von XING ist??? Ist er ein Spion/Aufseher von XING, der nur darauf achtet, dass in der Gruppe alles ok läuft? Ist er ein Hacker, um die Aktivitäten der Gruppe von außerhalb mitzubekommen? Trägt er Infos weiter zu Herrn M. oder anderen Gruppierungen, die uns nicht wohlgesonnen sind?

Oder seh ich nur einfach zu viele Gespenster: die “Bildverweigerer” haben einfach im Moment kein Bild zur Hand, das sie für gut genug erachten, die Vita wird einfach erst später beschrieben und veröffentlicht und viele wissen einfach nicht, dass man beim Bloggen oder Chatten ganz besonders auf seine Schreibe achten muss, da vieles aggressiver klingt als gemeint.

Auf jeden Fall sensibel bleiben!
Und… wir haben noch eine Trumpfkarte: Unseren sehr guten, aktiven und souveränen Gruppenmoderator, 
Philipp Weinbrenner. Er wird allem Rechnung tragen und für eine positive Weiterentwicklung der Gruppe sorgen, soviel steht fest.

Passende Lektüreempfehlung zum Schluss: Klassiker, die immer wieder aufgelegt werden:

George Orwell: 1984 (ein First Edition Exemplar wird zu 1.250 Pfund katalogisiert).
….und natürlich
Schöne Neue Welt von A. Huxley 
 (First Edition lt. Preiskatalog zu 2.500 Pfund).

Das sind zwei Bücher, die man immer wieder lesen kann, ja… sollte! Und noch etwas: es macht überaus viel Spaß, manche Bücher in der Originalsprache zu lesen. Oft sind die Übersetzungen ja auch nicht das Gelbe vom Ei, und die Originalworte des Autors viel überzeugender. Einfach mal ausprobieren. Vielleicht mit 
Brave New World!

Rudolf Angeli
ANGELIBRI
 http://www.buchsalon-angelibri.de/

Darwin und Dath

Mittwoch, 04. Februar 2009

An Darwins 200. Geburtstag kommt man nicht vorbei. Die Buchhandlungen überschlagen sich mit ihren Angeboten an neu aufbereitetem Lesestoff zur Entstehung der Arten.  Für den alten Herrn werden ganze Schaufenster mit Erzeugnissen vom Kleinoktav bis Quartschwarten  freigemacht. Ich frage mich hin und wieder, wer diese Angebotsfülle kauft und …aber auch liest! Eigentlich müsste es reichen, wenn man sein Hauptwerk läse (besser “lesen würde”?).
Und als Antiquar natürlich die Erstausgabe (The Origin of Species, vollständiger Titel On the Origin of Species by Means of Natural Selection, or the Preservation of Favoured Races in the Struggle for Life, kürzer deutsch: Über die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl oder Die Erhaltung der begünstigten Rassen im Kampfe ums Dasein), erstmals veröffentlicht 1859. Und hier kann man wieder wählen zwischen digitalisiertem Online-Lesen  oder man bemüht sich um eines der wenigen First Edition Exemplare.
Mit der Meta-Suchmaschine BOOKFINDER , die über 150 Mio Bücher zum Preisvergleich parat hat, finden sich immerhin zwei Exemplare, das eine zu 27.700 € und das andere zu 35.100 €.  Soviel muß man schon hinlegen für einen der TOP-Evergreens der antiquarischen Schätze.  Ein weiteres Exemplar fand ich gestern im (newsletter-) Angebot von Quill & Brush , das von dem renommierten und erfahrenen US Ehepaar Allen and Patricia Ahearn geführt wird.
Auf die beiden bin ich in meinen Antiquariats-Anfangstagen gestoßen, da ich mich sehr intensiv mit den Themenfeldern Anglo-amerikanische Literatur und Antiquariatsmarkt, insbesondere First Editions beschäftigte.  Aus ihrer Feder stammen eine ganze Reihe von Preisbüchern und -führern, die in jede Handbibliothek von Freunden amerikanischer und englischer Werke gehören. Sie haben auch viele autorenspezifische price-guides veröffentlicht. Mittlerweile sind diese Einzelpreisführer auch gebündelt auf CD erhältlich.  Mehr zu dem spannenden Thema First Edition in England und USA später.
Zurück zu Darwin: in dem neu herausgegebenen Angebotskatalog von Quill & Brush findet sich auch ein Exemplar von ON THE ORIGIN OF SPECIES: By Means of Natural Selection, allerdings zu schlappen 175.000 $. Wow!
Sind die beiden erstgenannten nun echte Schnäppchen? Oder worauf gründen sich die gewaltigen Unterschiede? Ich weiss es nicht, man müsste die Angebote näher untersuchen. Nur eins ist sicher, und das ist meine feste Überzeugung: der Antiquar kennt keine Finanzkrise, denn ein Großteil seiner Kundschaft sind Sammler; und…  Sammler sind Besessene, wie die Headline eines Hamburger Abendblatt - Artikels über den Kunstmarkt vermeldete.

Tipp an alle Finanzkrisen-Geschüttelte und Geschädigte: Der Zusammenbruch der Börsen und Banken, der immense Werteverlust, den Ihr bei Euren Aktien- und Derivate-Investments durchmachen musstet und weiterhin erleidet, war und ist schlimm genug; aber Euer Hauptproblem harrt immer noch einer Lösung: wohin mit all dem Geld, das noch übrig blieb, wenn man das Bettkissen nicht als Ausweg wählen will, weil keine Value -Dynamik vorhanden ist?

Doch… es gibt sie noch, die Investitionsgebiete, die Euch wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern: bestimmte antiquarische Bücher erfahren Wertsteigerungsraten, von denen Aktienkäufer nur träumen können! Und nicht nur bei den seltenen historischen Werken, nein selbst im sogenannten modernen Antiquariat oder bei manchen Autoren, die viele zum Bereich der Trivialliteratur zählen, können wir verzückt immense Preisentwicklungen beobachten (Nur ein Beispiel sei hier genannt: die Erstausgabe des  Thrillers The Hunt for Red October von Tom Clancy aus dem Jahre 1984 ist in entsprechender Erhaltung nicht unter 1.000 € zu haben. Das ist eine Verhundertfachung des ehemaligen Ladenpreises!! Da muss man bei Aktien weit schauen, und bei dem derzeitigen Crash blieb auch nicht viel übrig).

Tja, Darwin Erstausgabe. Hin und wieder taucht auch ein Exemplar bei einer Auktion oder auf einer Messe auf (mal sehen, die Leipziger Buchmesse ist ja bald :-)  )

Letzte Woche erlebte ich Dietmar Dath im Literaturhaus Hamburg anläßlich einer Lesung seines von der Kritik hoch gelobten Buches Die Abschaffung der Arten. Um es vorwegzunehmen: sowohl meine Literatur- als auch meine Antiquarseele durchlebten zwei begeisternde Stunden: mit Dath haben wir einen hochintelligenten, tollen deutschen Autor, den man ohne Zögern und rückhaltlos empfehlen kann. (Letztes Jahr mit dem gelesenen Buch auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis!). Seine Themen sind breitgefächert, neu, erfrischend,  an- und aufregend. Mich spricht er insbesondere an, da er Inhalte, Personen und Genres in neues Gewand kleidet, für die ich auch ein Faible habe: z. B.  Dirac - ein großer Physiker und Mitbegründer der Quantenphysik. Oder auch Maschinenwinter - Wissen, Technik, Sozialismus. Eine Streitschrift .
Und nun fürs Darwin Jahr Die Abschaffung der Arten ! Dietmar Dath blickt hier im Gegensatz zu Darwin nicht in die Vergangenheit, sondern 500 Jahre in die Zukunft.  ‘Er steht damit  in der Tradition großer spekulativer Literatur über Niedergang und Wiedergeburt der Zivilisation von Thomas Morus, Voltaire und Mary Shelley über H. G. Wells und Jules Verne bis hin zu Stephen King und William Gibson’ (Klappentext).  Alles Autoren, die auf meinen Lieblingslisten stehen. Und mein Antiquariatsherz machte auch einen Hüpfer. Zum einen weil ich einige Buchsignaturen ergattern konnte (ich gestehe, ich bin auch ein Signaturjäger, nicht zuletzt, weil signierte Bücher doch erheblich an Wert und Nachfrage  gewinnen). Ein Antiquar sollte sich nicht nur mit den gebrauchten Büchern älterer Herkunft beschäftigen, sondern sich auch um aktuelle Neuerscheinungen kümmern, insbesondere wenn er auch Exemplare an modernem Antiquariat auf seinen Regalen hat. Er  sollte ein Gespür dafür entwickeln, welche zeitgenössische Autoren Erfolgspotential für “Antiquariatsware” in sich haben. Denn manche  Debütanten von heute sind auch die antiquarischen Perlen vom baldigen Morgen! Die Wahrscheinlichket eines erfolgreichen Bestandeinkaufs wird noch gesteigert, wenn es die  Erstausgabe und/oder das signierte Exemplar oder gar um das Erstlingswerk eines angehenden Stars ist. Wenn dann noch hinzukommt, dass der Autor und seine Themen delizöses, “persönliches “Lesefutter” darstellen, gibt es kaum noch Steigerung.
Und Dietmar Dath ist so einer, von dem noch großes zu erwarten ist, und der sehr bald in den Suchlisten moderner Antiquariate auftauchen wird (meine Nasenprognose). Und das (noch) zu erschwinglicheren Preisen als die Werke von Darwin:-)

Für nächsten Dienstag konnte ich noch eine Restkarte des Leseabends von Daniel Kehlmann im Hamburger Schauspielhaus ergattern. Für ihn gilt ähnliches wie für Dietmar Dath. Freue mich auf einen modernen jungen Autor, der es schafft, einen ganzen Theaterraum zu füllen. Er hat bereits Kultstatus erreicht. Sein Die Vermessung der Welt wurde zum internationalen Bestseller.

Die Erstausgabe habe ich schon in meinem Bestand. Fehlt noch eine Signatur.

Rudolf Angeli
ANGELIBRI
http://www.buchsalon-angelibri.de/
P.S.: Nun ist’s doch wieder mehr geworden. Verspreche jedoch mich zu bessern, sobald mein “Speicher” etwas leergelaufen ist.

Hello Book Universe !

Montag, 02. Februar 2009
Mit dem ersten Beispielprogrämmchen ”Hello World” veröffentlichten 1972 Kernighan und Ritchie ihre “erfundene” Programmiersprache ”C”.
Möge mein Blog im Bücheruniversum eine ähnliche Entfaltung erfahren!
 

Die Zeiten ändern sich und wir uns in Ihnen

(Tempora mutantur, nos et mutamur in illis -für die Latein-Köpfe und Tifosi des absolut unverzichtbaren Retro-Fremdwörterbuches:
Das andere Fremdwörter-Lexikon: Das passende Fremdwort schnell gefunden, druckfrisch auf den Theken der Buchhandlungen, ISBN: 3492251102 )
 
… war das stets mein lebensbegleitendes Motto, das sich immer als sinngebend und wahr selbst bewies. So auch in meiner aktuellen Lebenssituation.
Ich bin knapp 59 Jahre alt, also knapp 60 und werde nach noch rund 100 zu leistenden aktiven Arbeitstagen ein “neues Leben” danach beginnen. Altersteilzeit, passive Phase -dieses Schicksal -vielleicht sollte ich besser sagen Fügung, Schicksal hat immer so einen traurigen Unterton- teile ich mit Tausenden, die als Angestellte in einem Konzern eine Jahrzehnte Erfolg und Glück versprechende Karriereleiter hinaufgeklettert sind, um dann auf den oberen Sprossen festzustellen, ‘hey, die Leiter ist ja nirgendwo angelehnt! Freischwebend und stark schwankend!’ Doch auch hier hilft die Firma mit wunderbaren Ausmusterungsmodellen, die zu einem “gleitenden Übergang” verhelfen.
Und so betrat ich schon vor einigen Jahren, als sich dies abzeichnete, das wunderbare, unendliche Megaversum der Bücherwelten und startete ein kleines Online-Antiquariat. Umgang und Beschäftigung mit Literatur, deren Produzenten (Autoren), ihre schöngeistigen, phantasievollen, kulturellen und wissenschaftlichen Inhalten versprach neue Erfüllung und Bereicherung. Dieses Versprechen wurde bisher mehr als gehalten. Mein vorhandenes bibliophiles Pflänzchen ist aufgeblüht und das Sammeln bestimmter Bücher ausgewählter Autoren bzw. Genres und Themata gestaltet sich leidenschaftlich. Es ist eben eine
“Gentle Madness”, eine “Eternal Passion for Books”, um hier den von mir sehr geschätzten Nicholas A. Basbanes (Hauptwerk: A Gentle Madness: Bibliophiles, Bibliomanes, and the Eternal Passion for Books: Bibliophiles, Bibliomanes and the Eternal Passion for Books) zu zitieren, dessen Bücher ich allen Buchfreunden wärmstens empfehle.
Der jahrzehntelang ausgeführte und durchlebte Broterwerb des kaufmännisch geschulten Zahlen- und Büromenschen steht nur oberflächlich betrachtet in krassem Gegensatz zu der ergriffenen Nebenbeschäftigung des Handelns mit gebrauchten, seltenen Büchern. Denn jeder Buchhändler und Antiquar ist selbstverständlich gehalten, sein Geschäft mit kaufmännischem Auge, unter Einhaltung bestehender Gesetze und Marktgegebenheiten zu betreiben. Für diesen Teil bin ich gut gerüstet. Was mich von einigen Kollegen vielleicht unterscheidet ist das Fehlen eines “Umsatz- und Renditedrucks”, der bei allen herrscht, die sehen müssen, dass auch Geld reinkommt bzw. überbleibt, um das Leben zu bestreiten. So kann ich den Großteil meiner Zeit dazu verwenden, viel in Kundenservice zu stecken und jeden einzelnen individuell zu behandeln.
Damit mag es fürs erste genug sein von meiner Person. Sollten Sie mehr über meine Biographie/ mich wissen wollen, können Sie dies entweder in meinem derzeitigen “Buchsalon“ oder über direkte Kontaktaufnahme in Erfahrung bringen. Ich gehe stark davon aus, dass Sie mich im Verlauf der Zeit noch recht gut kennenlernen werden. Ich möchte Sie herzlich einladen, mich über diesen Blog hin und wieder zu begleiten. Es warten spannende, interessante, weitgespannte Themen, neue Sichten und Anregungen aus der Bücher- und Antiquariatswelt auf Sie als Blogleser. Auch wie man ein guter, erfahrener und gesuchter Antiquar (mein Ziel) wird, verspricht Neues und Kurzweil. Über Kommentare, bestätigende, berichtigende und ergänzende, auch kritische freue ich mich sehr. Denn nichts ist erfrischender als in Gang gesetzte Dialoge und Diskussionen anstelle eines reinen Monologes.
In diesem Sinne
Ihr
Rudolf Angeli
ANGELIBRI
 
 
P.S.: ich hoffe, dieser Eingangsartikel ist nicht zu lang(atmig) geworden. Ich denke, der Leser sieht es mir nach; ich habe noch 0-Erfahrung mit dieser..ja..Art Medium?