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Nachlese Buchmesse Leipzig 2009

Montag, 23. März 2009

Angefüllt mit vielen Eindrücken bin ich wieder zurück aus Leipzig. Die in letzter Sekunde gebuchte Hotelunterbringung (A&O am Hauptbahnhof) stellte sich zwar als jugendherbergsähnliche Schlafstätte mit karger Ausstattung und horrendem Messepreis heraus, wir (mein Freund Christian und ich) ließen uns davon aber nicht die Stimmung vermiesen. Bereits beim recht unterdurchschnittlichen Frühstück konnten wir erfrischende Kontakte knüpfen. So z. B. zu einer Professorin, die nach Leipzig gekommen war, um einen Vortrag über Pädagogik zu halten (den wir uns dann auch prompt auf der Messe anhörten) oder zu einem Buchhändlerehepaar, das sich über die neuesten Trends und Bücher informieren wollte.
Auf der Messe hörte ich u. a. T. C. Boyle, der sein neues Buch vorstellte.  Ich hatte zwar kein Buch von ihm zur Hand, besorgte mir dennoch eine Widmungssignatur.
Auch Daniel Kehlmann war da (wohl etwas traurig, da er als Nominierter für seinen neuen Roman Ruhm ebenso leer ausging wie viele andere).
Es blieb auch nicht aus, dass ich nach einigen Stöberstunden/ -runden an den Antiquariatsregalen diverse Male fündig wurde und zwei Taschen voll mit Neuerwerbungen (u. a. eine alte gebundene Poe - Reclam-Ausgabe, eine deutsche Erstausgabe von Daphne Du Mauriers Der Sündenbock, einige Sachbücher zu Mexico und einen Almanach des Dietrichs-Verlages) füllte. Traditionsgemäß kaufte ich mir auch den aktuellen Katalog der schönsten deutschen Bücher 2008 der Stiftung Buchkunst. 
Die Preisverleihungen durften wir innerhalb der sehr großen Publikumsansammlung miterleben. Ein Fernglas wäre wegen der großen Distanz zur Bühne sehr hilfreich gewesen. Außer Herfried Münklers “Die Deutschen und ihre Mythen” waren die vergebenen Preise für mich “nicht so ansprechend”.
Auch außerhalb der Messehallen und -zeiten hatte Leipzig viel für seine Gäste zu bieten. Sehr empfehlenswert ein Besuch incl. deftigem Abendessen in Auerbachs Keller. Man kann nachvollziehen, dass Goethe nicht nur einmal dort einkehrte und ihm in seinem Faust ein literarisches Denkmal setzte.
Den Freitagnachmittag verbrachte ich bei den Weinbrenners in Helmbrechts (Hof) und durfte ihr umfangreiches Antiquariat besichtigen. Wird nicht der letzte Besuch gewesen sein. Ihre fränkische Gastfreundschaft und das fränkische Spezialbier haben Spuren hinterlassen.
Kurz vor Messeschluß hatte ich noch eine Wiederbegegnung der besonderen Art: Bereits 2008 war ich am Stand der Kleinverlage einem älteren Ingenieur begegnet, der dort seine neuesten Büchlein präsentierte. Während einer  intensiven Unterhaltung hatte mich Herr U. Hartje von seinen bahnbrechenden neuen physikalischen Erkenntnissen zu überzeugen versucht. Ich muss gestehen, ich war sehr gefesselt, denn er beschreibt in seinen Büchern nicht mehr oder weniger als des Rätsels Lösung für die letzten Fragen der Kern-/ Quantenphysik, die er entdeckt zu haben glaubt.
Der letzte fehlende Baustein der Theoretischen Physik!
Ich hatte mir sein Buch 2008 gekauft und mit großem Interesse gelesen. U. Hartje hatte zwischenzeitlich auch bei diversen Physiker-Kongressen seine Theorie vortragen können. Ein sporadischer E-Mail-Verkehr hatte sich an das Zusammentreffen angeschlossen, bei dem ich ihn mit meinen Fragen gelöchert hatte. Dann brach der Briefverkehr etwas ab, und nun traf ich ihn also wieder. Der über 80jährige hat seine Theorie in seinem neu aufgelegten Buch etwas aktualisiert dargestellt (Universaltheorie / Spiralfeldtheorie).
Für Neugierige hier der Link zu seiner Homepage.
Bei den etablierten Physikern stößt er meist nur auf große Skepsis und Ablehnung. Die meisten sprechen von falschen Propheten und Möchtegern-Physikern. Ich meinerseits kann mir kein Urteil erlauben, da ich ja nur absoluter Laien-Interessierter bin. Nur… soweit ich seine Gedankengänge überhaupt verstehe… sie haben für mich einen sehr attraktiven Kern. Und wie oft ist es nicht schon in der Wissenschaftsgeschichte geschehen, dass große Ideen und dahinterstehende Genies zu ihren Lebzeiten verkannt oder abgelehnt wurden! Die Geschichte ist voll davon. So sollte die etablierte Wissenschaft aus ihrem Elfenbeinturm heraus durchaus zumindest die Möglichkeit, dass da was dran sein kann, nicht völlig ignorieren.
Er schenkte mir sein aktuelles Werk, zitterte noch eine Signatur ins Buch  und verabschiedete mich mit den Worten: “Sie haben hier was in Händen, was wahrscheinlich erst in 10 bis 20 Jahren, wenn ich schon längst unter der Erde bin, die Physik revolutionieren wird.”
Ich finde die Gespräche und den Gedankenaustausch mit ihm sehr anregend und bereichernd. Freue mich schon auf ein weiteres Zusammentreffen bei der nächsten Messe.
Die Tage und Nächte waren wieder viel zu kurz in Leipzig. Der Starttermin für 2010 steht schon fest: 18. März. Ohne Frage: Wir kommen! Christian bucht schon das Hotel!

Rudolf Angeli

Buchmesse Leipzig 2009

Mittwoch, 11. März 2009

Gleich gehts los und ich fahre mal wieder zur Leipziger Buchmesse. Seit einigen Jahren besuche ich die Leipziger Messe neben der Frankfurter im Herbst. Vom ersten Mal an war ich vom Ambiente und Flair der Messe in Leipzig sehr angetan. Die Stadt lebt die Messe mit, die Jugend ist stark vertreten und irgendwie scheint mir die Messe mehr vom Inhalt als von der Präsentation zu leben. Es ist das Treffen mit den Autoren, den vielen Lesungen innerhalb und ausserhalb der Messehallen was die Bibliophilen rührt und begeistert. Nicht die Verlage mit ihren Umsatzanstrengungen und ihrer Geschäftigkeit sondern das gemütliche Schmökern und Entdecken stehen im Mittelpunkt. Für mich ist es irgendwie Urlaub mit Tausenden von Büchern und ihrem wunderbaren Lesestoff.

Wer nicht hinfährt verpaßt etwas. Alles klar? Muss nun los.

Rudolf Angeli