Mit ‘Spiegel - Archiv’ getaggte Artikel

Digitalisierung unserer Bibliotheken - Babylonische Wiedererrichtung Alexandrias

Samstag, 13. Februar 2010

Seitdem ich mich näher mit diesem aufkommenden Thema beschäftige und aufmerksam auch die Gazetten nach entsprechenden Artikeln durchsehe bzw. sensibilisiert im Web nach diesem Trend suche, fühle ich mich in meiner Einschätzung stark bestätigt. Im Spiegel der vergangenen Woche erschien ein umfangreicher Artikel über ein beachtenswertes Vorhaben der “Deutschen Digitalen Bibliothek” (siehe auch Spiegel-Archiv), das von der Bundesregierung im Dezember 2009  -auch als Gegenpol zu Google-Books- beschlossen wurde:
Ziel ist es, neben Millionen an Büchern auch Filme, Bilder und Tonaufnahmen im Internet zugänglich zu machen. Die mitwirkenden Quellen sollen 30.000 Bibliotheken, Museen und Archive sein, die ihre Kulturgüter digitalisiert beisteuern sollen. Deutschland und auch andere europäische Nationen, in denen ähnliche Projekte laufen, stehen also nicht zurück gegenüber Amerika. Die DDB soll dann auch Bestandteil eines Gesamteuropäischen Projektes, “Europeana“,  werden.

Wenn hierbei von einem “Quantensprung” in der Welt der digitalen Information die Rede ist, so dürfte dies nicht untertrieben sein. Neben den vielen positiven Aspekten, ja paradiesischen Zukunftshoffnungen, die damit geweckt werden, dürfen aber auch die erdbebenhaften Erschütterungen, die diese Entwicklung für uns Antiquare zur Folge haben wird, nicht verdrängt werden. Die bisherigen, jahrzehntelangen Geschäftsmodelle der Antiquariate geraten ins Wanken. Die nach alten, originalen Büchern nachfragende Kundschaft wird auf eine kleine Nischenmenge zurückgehen, die für sich alleine den meisten Antiquariaten kein Überleben sichern kann.

Einzige richtige Vorgehensweise angesichts dieser rasanten und totalen Veränderung unserer Antiquariatslandschaft: keinesfalls wie das Kaninchen vor der Schlange untätig und gelähmt vor einer scheinbaren Horrorzukunftsvision verharren, sondern die positiven Seiten dieser Entwicklung sehen, ja sich begeistern lassen von zusätzlichen Möglichkeiten, die die Öffnung der Bibliothekenschätze innoviert.
Die ersten, kleinen beispielhaften Projekte, die im Rahmen meines neuen ANGELIBRI - Faksimile- Reprint Services (in Zusammenarbeit mit KIRTASBOOKS), derzeit  laufen, zeigen deutlich, dass die Antiquariatskunden den neuen Möglichkeiten sehr aufgeschlossen gegenüberstehen und gerne auf ein Faksimile-Reprint zu günstigen Preisen zurückgreifen.

Mut für die Zukunft unseres Gewerbes macht aber dabei auch, dass ein digitalisiertes Format zusätzlich gewünscht wird, und die Suche nach dem Original nicht ersetzt, sondern ergänzt und uns damit zusätzliche Geschäftschancen eröffnet!

Ich werde über weitere Entwicklungen und meine Erfahrungen berichten.

Ali